Seminar Sozialkunde

 

zum Fach Dass Sozialkunde mehr ist als Institutionenkunde, hat sich – hoffentlich – mittlerweile herumgesprochen. Als sozialwissenschaftliches Querschnittsfach nutzt es genuin die Erkenntnisse der politischen Wissenschaft, der Soziologie und der Volkswirtschaftslehre. Da politischer Unterricht aber meist dem Prinzip des exemplarischen Lernens folgt, sind schnell auch Kenntnisse über breite Bereiche des gesellschaftlichen Lebens nötig:

  • von Physik und Technik, wenn es um Themen wie die Energiewende geht
  • von Biologie, wenn es um Themen wie Gen-Food geht
  • von Informationstechnologie, wenn es um Themen wie Big-Data geht

Diese Breite macht in der Vorbereitung u.a. den Reiz und die Herausforderung zugleich für den Sozialkundelehrer aus. Denn entgegen manch landläufiger Meinung sind Jugendliche nicht politisch uninteressiert, sondern können bei den entsprechenden Themen sehr genau und kritisch nachfragen.

Das Fach Sozialkunde begleitet die Schüler auf ihrem Weg zu mündigen Bürgern, die selbstständig politische Prozesse analysieren, über diese urteilen und schließlich versuchen, das vorgefundene Geschehen im Sinne eigener Interessen zu beeinflussen. Hierbei sollen ferner demokratische Werte gefördert und politisches Interesse geweckt werden.

zur Ausbildung Der oben umrissene „Rundumschlag“ soll den angehenden Lehrer sicher nicht verängstigen, sondern vielmehr eine Anregung für die spannenden Möglichkeiten des Faches sein und beruhigen, denn ausgelernt hat man in Sozialkunde nie.Mit der fachlichen, universitären Ausbildung wurden wesentliche Grundlagen für einen souverän gehaltenen Unterricht gelegt. Doch wie wird aus einem aktuellen Thema nun eine konkrete Sozialkundestunde? Was muss ich bei der Sequenzgestaltung beachten? Welche Methoden setze ich ein? Welche Werte und Normen möchte ich in den Schülern herausformen? Wie sorge ich für einen geordneten Unterricht?

Diese und noch viel mehr Fragen werden in den wöchentlichen Fachsitzungen, in Einzelgesprächen (Vor- und Nachbesprechungen) und durch praktische Erfahrungen beantwortet.

zur Grundein-stellung Was sollte ich also mitbringen, um in meinem zukünftigen Beruf erfüllt arbeiten zu können?

  • ein breites Interesse an gesellschaftlichen Themen
  • Begeisterung sich mit Jugendlichen über strittige Frage auszutauschen
  • Freude bei der erzieherischen Arbeit
  • fundierte Kenntnisse der sozialkundlichen Bezugswissenschaften und Grundkenntnisse in den angrenzenden Fachdisziplinen
zur Lektüre Die politische Bildung hält einen breiten, kaum zu überschauenden Fundus an Literatur und Materialien bereit. Neben der Bundeszentrale für politische Bildung und den entsprechenden Landeszentralen gibt es eine Vielzahl an Verlagen, die sich auf den politikunterrichtlichen Bereich spezialisiert haben. Vieles hiervon findet sich in der Seminarbibliothek und wird Gegenstand einschlägiger Fachsitzung sein.Daher sei an dieser Stelle lediglich der Hinweis auf die in Bayern zugelassenen Schulbücher (unabhängig von ihrer tatsächlichen unterrichtlichen Nutzung) und einen empfehlenswerte „vorreferendariatliche Sommerlektüre“ genannt:

 Zugelassene Schulbücher:

  • Dörrfuß, Rainer; Ohgke, Alexaner; u.a. (2003): Politik nicht ohne mich!, Bamberg
  • Mack, Andreas; Fehn, Jürgen (2011): Demokratie verpflichtet, München
  • Fischer, Christine; Pritscher, Jakob; u.a. (2014): Forum 10, Braunschweig

 „Sommerlektüre“

Breit, Gotthard; Weißeno, Georg (2012): Planung des Politikunterrichts – Eine Einführung, Schwalbach/Taunus