Adelsgeschlecht von Wolffskeel

WOLFFSKEEL-SCHULE
Staatliche Realschule Würzburg II

Die WOLFFSKEEL-SCHULE wurde im Jahre 1967 aus der Notwendigkeit heraus gegründet,  die in Würzburg bereits bestehende Knabenrealschule, die Jakob-Stoll-Schule, wegen sehr starken Schülerzuwachses zu entlasten.

Unter der Leitung von Herrn Realschuldirektor Helmut Weiler suchte man nach einem Schulnamen, der den zwei Sachkostenträgern der Schule – der Stadt Würzburg mit 60% und dem Landkreis Würzburg mit 40% Beteiligung – gerecht wird. Man wählte den Namen WOLFFSKEEL, da dieses alte fränkische Adelsgeschlecht sowohl in der Stadt als auch im Landkreis bleibende Spuren hinterlassen hat.

Dieses Geschlecht stand ursprünglich im Dienste der Fürstbischöfe als Burgmänner, Räte, Ministeriale und Domherren, die mit den Namen Otto. Heinrich und Wilhelm um 1200 urkundlich nachweisbar sind.

Das Wappen der Familie, der Wolffskeel-Mohr mit einem Rosenzweig in der Hand, begegnet uns noch heute auf zahlreichen Grabmälern, Burgruinen und Gedenksteinen in und um Würzburg.

Der gesellschaftliche Aufstieg des Geschlechts begann zu Beginn des 14. Jahrhunderts. Ab 1376 wurde die Burg Reichenberg erworben, die Orte Albertshausen, Geroldshausen, Üngershausen, Lindflur und Rottenbauer wurden als fürstbischöfliche Lehen übernommen; im 17. Jahrhundert kam noch Üttingen hinzu. Als Zehntgrafen, unterstützt von 24 Schöffen, sorgten die Herren von Wolffskeel für Sicherheit und Ordnung in ihren Dörfern.

Stellvertretend für die zahlreichen hervorragenden Persönlichkeiten, die als geistliche oder weltliche Würdenträger, als Richter oder Obristen, als Kammerherren oder Generäle bei den Würzburger Fürstbischöfen, am Hof zu Wien, bei den Großherzögen von Württemberg oder in Sachsen-Weimar Ehre einlegten und hohes Ansehen genossen, sollen nur drei näher gewürdigt werden.

Angeführt wird diese kleine Ahnengalerie von Bischof Otto von Wolffskeel. Seine Regierungszeit (1335 – 1345) war geprägt von der Auseinandersetzung zwischen Kaiser und Papst.
Otto gelang es, die rechtlich und wirtschaftlich zerrütteten Verhältnisse des Herzogtums Franken zu ordnen und den religiösen Frieden herzustellen. In den von Otto erlassenen Gesetzen wurden die Lebensmittelpreise geregelt, Gewicht und Qualität festgelegt und die Händler wurden verpflichtet, eine Waage mit amtlich geprüften Gewichten aufzustellen. Das gesamte öffentliche Leben, Arbeitslohn, Kauf und Verkauf, die Marktordnung und die Strafen bei Zuwiderhandlungen wurden in 95 Geboten und Verboten festgelegt. Neben der Sorge um den sozialen Frieden widmete sich Otto auch einer regen Bautätigkeit. Die Feste Marienberg erhielt einen neuen Mauergürtel; der sogenannte Scherenbergring stammt in Wirklichkeit von Bischof Otto.

Nach dem 30jährigen Krieg mit allen Irrungen, Wirrungen und Zerstörungen folgte die hofische Epoche mit den barocken Bauten, den geselligen Kreisen und den musischen Zirkeln. Auch die Frauen aus dem Hause Wolffskeel verlassen die enge fränkische Heimat, und wir treffen sie wieder als Hofdamen bei den Wittelsbachern, in Ansbach und am sächsischen Hof. Als bedeutendste Vertreterin dieser Damen gilt Henriette von Wolffskeel (1776 – 1859), die am Musenhof zu Weimar zum engsten Freundeskreis von Goethe gehörte. Das Wohlwollen, die Gunst dieses umschwärmten Dichterfürsten zu erwerben, war nicht einfach. Es ist bekannt, daß der vornehme und anspruchsvolle Herr recht wählerisch war bei der Auswahl seiner Freunde und besonders bei den Damen auf gutes Aussehen, gehobene Bildung und gesellschaftliche Umgangsformen achtete. Diese Voraussetzungen mußte Henriette in
hohem Maße erfüllt haben, denn in seinem Brief schwärmt er von ihr “als dem liebenswürdigsten Stern unter Sternen”.
Bei anderer Gelegenheit spricht er von ihr “als dem allergefälligsten Wesen, das ich je gekannt habe”.
Henriettes Vater, Freiherr Johann Karl Albrecht Wolffskeel von Reichenberg zu Üttingen, studierte Mathematik, Geschichte und Sprachen und trat dann in den Dienst des Herzogs von Württemberg. Dort lernte Henriette das höfische Leben kennen, studierte Sprachen und Musik, wobei der hochgebildete Vater und die aus schwäbischem Adel stammende Mutter um den gesellschaftlichen Aufstieg ihrer sechs Kinder sehr besorgt waren. Als Hofdame bei der Herzogin von Sachsen-Weimar nahm Henriette regen Anteil arn Hofleben, wirkte bei
Theateraufführungen mit und erfreute sich allgemeiner Beliebtheit. Da Goethe das Hoftheater selbst leitete und die einzelnen Rollen auf die Persönlichkeit der Mitspieler abgestimmt waren, bahnten sich für Henriette persönliche Kontakte zu Goethe an. Bald schon ging das “allergefalligste Wesen” eine standesgemäße Ehe ein mit Freiherrn Carl Wilhelm von Fritsch, der als Staatsminister eine einflußreiche Stellung am Hof einnahm.

Erst nach der Säkularisation, nach dem Zusammenwachsen von Altbayern und Franken zum Königreich Bayern, wurde für die Wolffskeels der Weg frei für ein Hofamt bei den Wittelsbachern in München.So gelang es Freiherrn Carl Heinrich August Wolffskeel von Reichenberg (1847 – 1919), durch Tüchtigkeit und Zuverlässigkeit eine steile Karriere zu machen: vom kleinen Leutnant wurde er zum Generalmajor befördert; schließlich versah er in München das Amt des Oberstallmeisters, war verantwortlich für die Hofjagden und gehörte somit zu den ranghöchsten Beamten am Hof. Gekrönt wurde seine Laufbahn durch die Verleihung der erblichen Grafenwürde des Königreiches Bayern im Jahr 1901 “in Anerkennung treuer Dienste und Mühewaltung um die Person des Regenten”, wie es in der Verleihungsurkunde heißt.

Möge der vorstehend dargestellte Geist des erfolgreichen Strebens des Geschlechts Wolffskeel nach Ansehen und Anerkennung in der Gesellschaft, im geistigen und im privaten Bereich trotz negativer Einflüsse der heutigen Zeit in der WOLFFSKEEL-SCHULE erhalten bleiben.

Josef Schielein/ Ernst Köhler

Wappen der Grafen von Wolffskeel
Fränkischer Uradel, seit dem frühen 13.Jh als Burgmänner der Festung Marienberg nachweisbar, Stammgenossen der von Grumbach. Zwischen 1335 und 1348 war Otto von Wolfskeel Fürstbischof von Würzburg. Während Johann Philipp Christoph Wolfskeel von Reichenberg 1819 mit seinen Brüdern bei der Freiherrenklasse immatrikuliert wurde, verlieh Prinzregent Luitpold von Bayern dem Karl Wolfskeel von Reichenberg wegen besonderer Verdienste um seine Person die erbliche Grafenwürde.

Wappen: In Gold ein schreitender, nackter Mohr mit schwarzem Federhüftschurz, in der Rechten drei rote Rosen an grünen Stielen haltend. Runder, schwarzer Turnierhut mit Hermelinstulp, besetzt mit geschlossenem Flug, der von Schwarz und Hermelin schräg geteilt ist. Decken: rechts Schwarz-Gelb, links Schwarz-Weiß.