Eine Schule blickt nach Afrika

Die MAINPOST berichtete am 24.05.2006

WÜRZBURG Die Aula war bis auf den letzten Platz belegt, als der Missio-Chor unter der Leitung von Dr. Renate Geiser mit Trommelschlägen und allerlei sonstigen Rhythmusinstrumenten singend und tanzend das Podium ansteuerte. Dort sangen die 30 Frauen und Männer aus den verschiedensten Ländern Kirchen- und Liebeslieder.

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Der Vorsitzenden des Afrika-Freundeskreises, Annette Sirikwa, überreichten die Schülerinnen Anna Hilgenberg und Mareen Mehling (von rechts) einen Scheck mit 200 Euro beim Afrika-Abend.  FOTO RAINER WEIS

Das Kultusministerium hat vor einigen Tagen ein Pilotprojekt mit dem Thema “Tor nach Afrika” gestartet, an dem sich Schulen beteiligten konnten. Barbara Brecht, Lehrkraft an der Schule und zweite Vorsitzende des Afrika-Freundeskreises in Bayreuth schlug deshalb dem Schulleiter Wolfgang Wischert vor, das Projekt aufzubereiten, so dass die Schule sich beteiligen könne. Lehrkräfte veranstalteten darauf Workshops, die den Kindern und Jugendlichen Afrika näher bringen sollten. Sie studierten Tänze ein, lernten Lieder und probierten die afrikanische Küche.

Neben all dem sollte den Schülern auch die Lebenssituation in afrikanischen Ländern näher gebracht werden. Ziel war es, zusammen mit dem Freundeskreis einer Landesgruppe besonders zu helfen. So bot sich eine Schul-Partnerschaft in Lolbene in Tansanien an. Denn die dortige Schule wurde vor kurzem erst fertig gestellt und es fehlt noch an vielem. Die Einrichtung soll dazu beitragen, Jugendliche vom Stamme der Massai auf eine gute Zukunft vorzubereiten.

In einem kleinen Film zeigte die Vorsitzende des Freundeskreises, Annette Sirikwa, Land und Leute und den Schulneubau. Dabei erzählte sie, dass die Schulsprache neben der Landessprache “Kiswahili” auch Englisch sei. Für den angehenden Schulbetrieb fehlten aber noch Bücher, Hefte, Stifte und vieles mehr. Das war das Stichwort für die Schülerinnen Anna Hilgenberg und Mareen Mehling, die der Vorsitzenden einen Scheck über 200 Euro überreichten. Der Betrag war bei Schüleraktionen gesammelt worden. Die Mädchen sagten, dies soll der Anfang einer guten Schulpartnerschaft sein.

Am Ende der Veranstaltung würden afrikanische Speisen angeboten die Schülerinnen und Schüler zubereitet hatten. Schulreferent Reiner Hartenstein und die Würzburger Stadträtin Helga Hoepffner, die zu der Veranstaltung gekommen waren, waren sich einig: Eine solche Initiative sei eine schöne Sache, die jungen Menschen andere Sitten, Kulturen und Probleme näher bringe. Schließlich müssten sie ja im globalen Dorf leben können.

Schulleiter Wolfgang Wischert sagte: “Zum zweiten Mal innerhalb weniger Tage wurde unserer Schule ein Pilotprojekt des Kultusministeriums zuerkannt. Dies ist eine hohe Auszeichnung für unsere Schule und zeigt das hohe Engagement unserer Lehrkräfte und Schüler.”

Von unserem Mitarbeiter RAINER WEIS